Ausgangslage

Der Chilchacher, die 11'000 Quadratmeter grosse Wiese neben der Kirche und dem Friedhof, ist Eigentum der Stiftung Kirchengut Baselland und momentan der Zone für öffentliche Werke und Anlagen (OeWA) zugeteilt. Die Stiftung möchte das Areal im Baurecht überbauen lassen. Bei einer maximalen Nutzung der Fläche könnten 50 bis 70 neue Wohnungen entstehen, was einen Zuwachs von 100 bis 200 Personen bedeuten würde. Für die Überbauung muss ein Quartierplan erstellt werden, der letztinstanzlich von der Gemeindeversammlung genehmigt werden muss. Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass dem Dorf ein solches Wachstum nicht schade und zudem zusätzliche Steuereinnahmen generiert würden.

Begründung für die Petition

Eine mögliche Ueberbauung in diesem Ausmass hätte gravierende Auswirkungen auf die Bevölkerung von Tenniken:

zusätzlich anfallende Infrastruktur- und Erschliessungskosten sowie ein enormer Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs wären die Folgen. Der Richtplan von Tenniken widerspricht in mehreren Punkten einem Wohnungsbauvorhaben in diesen Dimensionen. Dort sind beispielsweise Massnahmen gegen Bodenversiegelung, für verdichtetes Bauen, für die Bewahrung des Dorf-Charakters, für Verkehrsberuhigung und für einen haushälterischen Umgang mit Landreserven vorgesehen. Eine geforderte Entwicklung nach innen setzt eine Anpassung der heutigen Zonenvorschriften (z.B. Erhöhung der Bebauungsziffer oder Vorgaben der Dachgeometrien) voraus. Die Auffassung des Gemeinderates, es genüge, dass die Einwohnerinnen und Einwohner bereits vor 40 Jahren dem Bauperimeter zugestimmt hätten und sich zum geplanten Bauvorhaben noch beim Quartiersplanverfahren einbringen könnten, teilen wir nicht, denn die Bedürfnisse der heutigen Bevölkerung müssen unbedingt neu erhoben werden. Es kann nicht im Interesse unserer Gemeinde liegen, dem Trend zur masslosen Überbauung zu folgen, wie er in unseren Nachbargemeinden zu beobachten ist, wo es bereits jetzt schon viele leere Wohnungen gibt. Es muss zwingend bedarfsgerecht und nicht auf Vorrat gebaut werden. Weiter zeigen viele grössere Ortschaften ganz real das Risiko, dass die Mehreinnahmen der Steuern die anfallenden Kosten nicht in jedem Fall decken.